Hauptversammlung der Feuerwehr Freiamt – Engagement, Anerkennung und Ausblick
Im Rahmen der diesjährigen Hauptversammlung am Freitag den 30. Januar 2026 im Kurhaus Freiamt, blickte die Feuerwehr Freiamt gemeinsam mit zahlreichen Gästen auf ein arbeitsreiches, aber insgesamt ruhiges Jahr zurück.
Die Versammlung begann mit der Ehrung für unseren im vergangenen Jahr verstorbenen Kameraden Walter Reinhold, dem in einer Schweigeminute gedacht wurde.
Rückblick auf das Einsatz- und Ausbildungsjahr
Traditionell startete das Jahr 2025 mit dem Kameradschaftsabend am 5. Januar im Gasthaus Freiämter Hof. In den ersten Unterrichtsabenden des Jahres lag der Schwerpunkt auf der Einweisung in Geräte sowie den neuen Digitalfunk. Zudem wurden wichtige Inhalte zum Thema Strom bei Unwettern und Trafobränden vermittelt. Diese Ausbildungsabende waren besonders lehrreich und praxisnah – ein herzlicher Dank galt hierfür Dirk Borgmann, Erik Schweiger und Marius Vetter für ihre fachkundige Unterstützung.
Mit 26 Einsätzen verlief das vergangene Jahr für die Feuerwehr Freiamt vergleichsweise ruhig. Größere Unwetterlagen blieben aus, lediglich ein Starkregenereignis forderte die Feuerwehr mit mehreren Einsätzen im Bereich Ottoschwanden. Zu den typischen Einsätzen ded Jahres zählten umgestürzte Bäume sowie auslaufende Betriebsstoffe.
Zwei Verkehrsunfälle in Richtung Auhof stellten die Einsatzkräfte dennoch vor Herausforderungen. Trotz heftiger Einschläge wurden die Insassen glücklicherweise nicht schwer verletzt. Auch wenn sich die Einsatzstellen außerhalb der eigenen Gemarkung befanden, konnte aufgrund der kurzen Anfahrtszeit schnelle Hilfe geleistet werden.
Am 2. Juni führte ein Starkregen im Bereich Hinter-Ottoschwanden / Hansjockenmühle zu Überschwemmungen und kleineren Erdrutschen. Ein Pkw-Brand in der Hard verursachte zudem das Austreten von Betriebsstoffen in das Leitungsnetz, welches anschließend gereinigt werden musste.
Besonders belastend war der Brand des Waldkindergartens am 23. November in den frühen Morgenstunden. Das Gebäude stand beim Eintreffen der Feuerwehr bereits in Vollbrand, sodass leider nichts mehr zu retten war. Die Löscharbeiten bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt zeigten eindrucksvoll, wie anspruchsvoll Einsätze für Mensch und Material unter solchen Bedingungen sein können. Die Hoffnung liegt nun auf einem baldigen Wiederaufbau für die betroffenen Kinder.
Insgesamt konnte dennoch von einem ruhigen Einsatzjahr gesprochen werden.
Übungen, Zusammenarbeit und Kameradschaft
Neben den monatlichen Proben fanden mehrere gemeinsame Übungen mit den Feuerwehren Biederbach, Siegelau und Sexau statt. Dabei standen lange Wegstrecken, die Wasserversorgung sowie die Gefahr von Waldbränden im Fokus. Besonders anspruchsvoll war eine Übung im Juni, bei der die Tanklöschschleife Mitte sowie ein Abrollbehälter Wassereingesetzt wurden. Die Wasserversorgung über große Entfernungen stellte hohe Anforderungen an Planung und Durchführung.
Großes Interesse aus der Bevölkerung fand auch die Herbstübung an der Gemeindegrenze, zu der zahlreiche Zuschauer begrüßt werden konnten. Technische Hilfeleistungsübungen wurden erneut bei der Firma Hurter in Malterdingen durchgeführt, die hierfür Fahrzeuge zur Verfügung stellte – eine enorme Erleichterung für Ausbildung und Logistik.
Auch außerhalb des Einsatz- und Übungsdienstes war die Feuerwehr stark eingebunden. Bei vielen Veranstaltungen örtlicher Vereine übernahmen die Kameradinnen und Kameraden Parkplatz- und Sicherheitsdienste. Besonders der Teilemarkt des RacingTeams erforderte regelmäßig einen hohen Personalaufwand. Trotz teils schwieriger Situationen blieb die Feuerwehr stets ruhig und professionell.
Gemeinschaft und Kameradschaft wurden ebenfalls gepflegt: die Maiwanderung, der Vatertagshock, ein Tagesausflug zum Staukraftwerk Forbach sowie regelmäßige Treffen der Alterskameraden und gemeinsame Aktivitäten mit der Feuerwehr Sexau rundeten das Jahr ab.
Jugendfeuerwehr – eine starke Basis für die Zukunft
Die Jugendfeuerwehr Freiamt blickte auf ein aktives Jahr zurück. In 25 Proben sowie weiteren Terminen wurden den Jugendlichen die Grundlagen der Feuerwehrarbeit spielerisch und praxisnah vermittelt. Ein Höhepunkt war erneut die 24-Stunden-Aktion, die mit großem Engagement vorbereitet wurde und den Jugendlichen sichtlich Freude bereitete.
Besonders erfreulich: Zwei Jugendliche wechselten 2025 in die aktive Wehr, gleichzeitig konnten neue Mitglieder gewonnen werden, sodass die Jugendfeuerwehr weiterhin stabil aufgestellt ist. Brandschutzerziehungen an der Schule sowie die Organisation des Adventskaffees für die Senioren unterstrichen die wichtige Rolle der Nachwuchsarbeit.
Mannschaftsstärke, Beförderungen und Ehrungen
Durch Übertritte aus der Jugendfeuerwehr konnte die Mannschaftsstärke von 61 auf 62 Aktive erhöht werden. Mehrere neue Kameraden wurden offiziell in die aktive Wehr aufgenommen und befördert.
Ein besonderer Höhepunkt der Versammlung waren die Ehrungen langjährig verdienter Feuerwehrangehöriger. Nico Zimmermann, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Emmendingen, würdigte in seiner Ansprache das große Engagement der Feuerwehr Freiamt. In einer Zeit vielfältiger Krisen sei es wichtig, dass auf kommunaler Ebene verlässlich und zukunftsorientiert gearbeitet werde. Die Entscheidung zum Neubau des Feuerwehrhauses bezeichnete er als richtig und notwendig – sowohl für die Sicherheit der Bevölkerung als auch für die Einsatzkräfte selbst.
Er hob hervor, dass Einsätze wie der Brand des Waldkindergartens bei Minusgraden zeigen, wie anspruchsvoll Feuerwehrarbeit sein kann, auch wenn die reine Einsatzanzahl überschaubar erscheint. Besonders positiv erwähnte er die Unterstützung durch örtliche Landwirte und Schlepperfahrer bei Unwettereinsätzen – eine Zusammenarbeit, die längst nicht mehr überall selbstverständlich sei.
Im Anschluss verlieh er die Ehrenzeichen des Landes Baden-Württemberg:
- Robin Korte – Ehrenzeichen in Bronze (15 Jahre)
- Michael Meier – Ehrenzeichen in Silber (25 Jahre)
- Stefan Schweickert – Ehrenzeichen in Silber (25 Jahre)
Eine ganz besondere Auszeichnung erhielt Hauptlöschmeister Rolf Quasinowski, dem das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold des Kreisfeuerwehrverbandes Emmendingen verliehen wurde – für über 20 Jahre herausragendes Engagement als Ausbilder auf Landkreisebene sowie als Gerätewart der Feuerwehr Freiamt.
Weitere Ehrungen wurden durch Bürgermeisterin Hannelore Reinbold-Mench vorgenommen, die langjährige Treue und Verdienste für die Feuerwehr und die Gemeinde würdigte – bis hin zu beeindruckenden 75 Jahren Mitgliedschaft.
Dank, Ausblick und Neubau Feuerwehrhaus
In ihrer Rede dankte Bürgermeisterin Reinbold-Mench allen Feuerwehrangehörigen für ihre jederzeitige Einsatzbereitschaft. Gerade die vielen kleineren Einsätze seien für die Sicherheit der Bevölkerung unverzichtbar. Die große Anerkennung aus der Bürgerschaft zeige sich auch in der hohen Spendenbereitschaft, die allein in der zweiten Jahreshälfte 2025 eine fünfstellige Summe erreichte.
Mit Blick auf den geplanten Neubau des Feuerwehrhauses betonte sie die Komplexität des Projekts, zeigte sich aber zuversichtlich, dass man auf einem guten Weg sei. Zudem kündigte sie die Anschaffung einer neuen Tragkraftspritze an, die durch eine Spende der BGV-Versicherung ermöglicht wird.
Spende
Einen Besonderen Punkt gab es auch noch mit der Übergabe der Spende von zwei Tabletts für die EInsatzfahrzeuge.
Der Vorsitzende des Förderverein der Feuerwehr Freiamt, Michael Hilbert, überreichte Frank König symbolisch eines von zwei Tabletts im Wert von rund 2.500 Euro, die der Verein für die Feuerwehr im Jahr 2025 angeschafft hatte. Vorausgegangen waren probleme bei dem vorhandenen Tablett der Wehr. Tabletts sind bei verschiedenen Einsatzlagen, wie Verkehrsunfällen heute kaum noch verzichtbare Geräte, was die Anschaffung und schnelle Umsetzung wichtig machte. Frank König bedankte sich ausdrücklich für die Spende.
Ausblich auf 2026
Zum Abschluss gab Kommandant Frank König einen Ausblick auf das Jahr 2026 mit mehreren Großveranstaltungen, darunter die Kreisfeuerwehrverbandsversammlung, das Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehr sowie weitere Termine, bei denen erneut auf den starken Zusammenhalt der Feuerwehr Freiamt gesetzt wird.
Im Anschluss fand die Hauptversammlung des Fördervereins der Feuerwehr statt. Ein Bericht findet ihr H I E R
Einige Bilder der Veranstaltung:
Kommandant König bei seiner Ansprache
Der Jugendwart und die Jugendleiter bekammen vom Jugendsprecher Marvin König ein Präsent überreicht.

Per Handschlag wurden mehrere Feuerwehrangehörige von unserer Bürgermeisterin zur Feuerwehrfrau und zum Feuerwehrmann ernannt

Unter anderem Erhielt Stefan Schweikert das Silberne Ehrenzeichen des Landes Baden-Württemberg für 25 Jahre aktiven Dienst bei der Feuerwehr.

Rolf Quasinowski (links im Bild) wurde mit der höchsten Auszeichung des Kreisfeuerwehrverband Emmendingen, dem Ehrenzeichen in Gold, ausgezeichnet.

Die geehrten zusammen mit Bürgermeisterin Hannelore Reinbold-Mench, Kommandant König und dem Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverband Emmendingen Nico Zimmermann

